HS Anstalt – Eine Party, die sich zu Recht als solche bezeichnen darf

Seit ich klein bin, kann ich es nicht leiden, mich zu verkleiden.
Es wirkt einfach gekünstelt und unecht. Aber am gestrigen Abend hätte ich mir den Spaß, im nach hinein betrachtet, eigentlich mal machen sollen.
HS Anstalt-Party in der Köthenschen.
Ich kann mich durchaus daran erinnern, dass sich die Jungs und Mädels der dortigen 9er-WG immer viel Mühe bei ihren Parties geben, aber bei der gestrigen Party haben sie sich schon fast selber übertroffen.

Nach einer kurzen Vorglühphase bei einem Kommilitonen ein paar Häuser weiter sind wir schon recht früh aufgebrochen um uns auf diese Party zu begeben.
Von den 5 Leuten mit denen wir dann rüber liefen war nur besagter Kommilitone kostümiert.
Ein schäbiger Bademantel, Jogginghose, Badelatschen und vor allem ein Stoff-Eisbär mit Handschellen an sein Handgelenk gekettet. Rundum also absolut klapsmühlentauglich.

Als wir am Zielort ankamen, kamen uns schon zwei der Hauptveranstalterinnen aus dem Hauseingang entgegen und „impften“ uns und gaben uns „Beruhigungsmittel“ in Form von M&M´s.
Durch die offene Tür konnte man schon den dezent rötlich und bläulich lichtgefluteten Flur sehen, viele ziemlich komische Gestalten liefen herum und am Eingang stand ein Tisch mit einer Schreibmaschine. Ein sehr verwirrt scheinendes Individuum hämmerte wie verrückt auf den Tasten herum und eine Krankenschwester mit Stethoskop um den Hals versuchte ihn zu beruhigen.

„Aaaalles klar“, dacht ich mir und betrat das Haus.
Ich war schonmal hier. Das muss ungefähr zwei Jahre her gewesen sein als ich mir hier ein WG-Zimmer angeschaut hatte.
Aber wirklich wiedererkannt hat man das Haus von innen nicht.
Es war recht dunkel. Nur besagtes blaues und rotes Licht leuchtete das Treppenhaus aus.
Bilder hingen an den Wänden. Sehr komische Bilder. Erschreckende Bilder.
Im zentralen Treppenhaus hingen blutige Spritzen von der Decke und eine Puppe mit Anstaltsbekleidung lag auf einer Hängematte, die zwischen den Treppengeländern aufgehängt wurde.

Als ich das zweite Stockwerk betrat saßen dort schon einige dubiose Gestalten auf bereitgestellten Sitzmöbeln und unterhielten sich.
Ein paar Schritte gegangen und schon stand man mitten in einem Raum, der zum Dancefloor umfunktioniert wurde. Eine Diskokugel hing an der Decke, Drum&Base schallte aus den Boxen, der DJ drehte an seinen Tellern und einige komische Typen bewegten sich im Takte der Musik, zumindest versuchten sie es.
In einer hinteren Ecke stand ein kleiner blonder Typ mit Patientenbekleidung, einer Mütze aus Alufolie auf und wippte monoton in der Ecke herum.
„Alles klar, die Gäste nehmen das Motto scheinbar sehr ernst“, dachte ich mir und konnte mir ein schmunzeln nicht verkneifen.

Als wir uns dieses Spektakel auf der Tanzfläche ein Weilchen angesehen hatten, begaben wir uns wieder ein Stockwerk tiefer und fanden dort einen Weg in den Hinterhof. Dort saßen ein paar wenige Leute bereits um ein kleines Lagerfeuer versammelt und unterhielten sich.

Da ich schon von klein auf von Feuer total fasziniert bin, hab ich mich natürlich dazu gesellt.
Eine ganze Weile verging während ich immer nur fasziniert ins Feuer starrte, Leute kamen, Leute gingen, die Zeit raste.
Bei einem flüchtigen Blick durch ein Fenster in die Küche der „Anstalt“ sah ich ein paar Freunde und ging rein um sie zu begrüßen.
In der Küche gab es eine ganze Reihe Fressalien von Salaten über Baguettes bis hin zu Suppen.
Beim Umschauen sah ich auch eine kleine Gruppe von Leuten, die einen kleinen Stand eröffnet hatten und dort Bier verkauften.
Auch eine ganz nette Idee für die Leute, die es mal wieder verpeilt haben, sich selber was mitzubringen. Sowas soll es ja geben

Nach vielen weiteren Stunden am Feuer und mehreren Abstechern in der Küche und auf dem DanceFloor ging der Abend auch so langsam seinem Ende entgegen.

Sehen konnte man dies auch immer sehr schön an der zunehmenden Anzahl von Alkoholleichen, die Treppen und Plätze säumten.

Auch eine Freundin von mir hat sich an dem Abend ein bisschen zu viel zugemutet, aber da ich ja ein netter Mensch bin, lass ich die Details jetzt einfach mal unter den Tisch fallen und hoffe einfach nur, dass sie und die ganzen anderen „Alkoholgeschädigten“ sich wieder gut erholt haben.

Zusammenfassend muss man sagen, die Party war mal abgesehen von der Musikrichtung absolut gelungen. Das Motto wurde wunderbar umgesetzt, auf die kleinsten Details wurde geachtet und das hat diesen Abend zu einem ganz besonderen Abend werden lassen.
Danke an die Verantwortlichen für die Mühe und Kreativität, die sie investiert haben.

Es hat Spaß gemacht.

29.11.09 15:47

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